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Mittwoch, 4. Dezember 2013

Osteuropatour 2013 - Rückblick

Es wird Zeit Rückschau zu halten und eine Zusammenfassung unserer Osteuropatour 2013 nieder zu schreiben. Und es ist schon wieder soweit: Am 1.Januar startet unsere Radtour durch Patagonien:
Heiner und Thomas auf der Traumstraße "Carretera Austral" bis Feuerland.
Unser gemeinsamer Blog:      Carretera Austral

Unsere Osteuropatour 2013  führte uns von Frankfurt aus immer dem Main entlang, durch Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien bis Istanbul.  Größtenteils verlief sie auf ruhigen Wegen und Straßen  durch viele schöne Länder, Gegenden und Städte. Wir haben 3800 km an 58 Fahrtagen zurückgelegt und dabei 32 Tausend  Höhenmeter bewältigt.  Da wir uns drei Monate Zeit nehmen konnten, wollten wir nicht den direkten Weg nach Istanbul nehmen, sondern die Länder im Südosten Europas bereisen, die für uns neu und aufregend waren. Wir haben die Reise anhand der Bücher "fahrradführer europa" aus dem Reise Know Verlag, "Rumänien" aus dem trescher-verlag und "Bulgarien" aus dem Dumont Verlag vorbereitet und uns einen Kompromiss geschmiedet aus zielführendem Streckenverlauf, attraktiven Sehenswürdigkeiten in den Ländern und fahrradgünstigen Wegen und Strassen. Die Tour haben wir dann mit Hilfe der Software "Basecamp" von Garmin ausgetüftelt und als gpx Datei auf unser Garmin Montana gespielt.
Hier für Radler, die Lust und Zeit haben, die Tour nachzufahren, ein Link, um sich die gpx Datei für ihren GPS herunterzuladen.
 
gpx tracks Osteuropatour
Auch Reiselustige, die mit Auto oder Wohnmobil eine Südosteuropatour unternehmen wollen, sei diese Streckenführung wärmstens empfohlen. (Natürlich müssen sie dort, wo wir auf Fahrrad- und Feldwegen unterwegs waren, die parallel führenden Strassen nehmen)

Auch Radlern, die nicht so viel Zeit haben, wie wir beiden Pensionäre, können wir als Radreiseland Tschechien und die Slowakei für Wochentouren wärmstens empfehlen. Tschechien hat ein super ausgebautes und ausgeschildertes Radwegenetz und herrliche Landschaften und Städte, gutes Essen, hervorragendes Bier, nette Leute und ist immer noch preisgünstig.

Wer sich für das detaillierte Tourenfahrtenbuch interessiert, kann diese word Datei hier herunterladen:
 
Tourentagebuch Südosteuropatour
Wer sich gerne unseren Film zu Reise anschauen möchte, kann dies hier tun:
   
Film Südosteuropatour

Heiner und ich  haben auf dieser Tour jeder einen eigenen  Blog geschrieben. Wer gerne Heiners Blog lesen möchte: Hier der Link:  http://www.heinerontour.blogspot.de/

Freitag, 18. Oktober 2013

Osteuropatour 2013- Istanbul

Istanbul erreicht!!!
Vorm Hineinfahren in diese 16 Millionenstadt Istanbul hatten wir ein bisschen Bammel. Vor den Toren der Stadt trafen wir auf weitere Weltenbummler. Radler aus verschiedenen Ländern Europas und speziell Kayne aus Irland. Er war als Künstler unterwegs, hatte seine ganzen Instrumente und sonstige Minimalausrüstung abenteuerlich mit wahnsinns Bambuskonstruktionen an sein uraltes Rennrad festgezurrt. Die Dachlatte, die er dabei hatte, diente nicht nur zur Hundeabwehr sondern auch als genialer Ständer.


Auch den jungen Leuten war es nicht ganz geheuer  auf dieser 6-spurigen Einfallstrasse, auf der es nur so wimmelte. So bildeten wir wie von alleine einen Pulk von 7 Bikes und wirkten damit groesser, halfen uns gegenseitig, die Lücken bei den gefährlichen Ausfhrten zuzufahren und uns so gegenseitige Deckung zu geben. Ich habe das den "Hamsi"-Effekt genannt. Das türkische "Hamsi" bedeutet "Sardinen", und diese nutzen auch diesen schützenden Schwarmeffekt.

In Marmaraeriglisi hatten wir Abyzer Cicek kennengelernt und einen schoenen Abend mit frisch gegrillten Fisch auf seiner Terrasse genossen.





Der Zufall wollte es, dass er einen Hotelbesitzer in Istanbul kannte, und so haben wir nun ein günstiges Zimmer mit Meerblick direkt in der Nähe der Sultan Ahmet Moschee. Die Räder haben ohne zu mucken ihre Schuldigkeit getan und stehen bereits im Keller, fertig für den Rückflug.
Wir aber erkunden neun Tage lang Istanbul. Milos aus Tschechien, hat mir auf dem Feriencamp in Horni Jelani, nach einem schönen Abend am Lagerfeuer, sein Ferien T -Shirt geschenkt, und ich habe ihm versprochen, dass ich es heil nach Istanbul bringe. Milos, erkennst du euer T - Shirt wieder?

Wir bestaunen die sog. Blaue Moschee, sind stundenlang im Topkapi Palast, uns interessiert vor allem der Seray, fahren mit der neuen supermodernen Strassenbahn bis zur Galatabrücke und geniessen wie in alten Zeiten (als Student Beginn der '70er) Fischbrötchen.(Die wirklich guten gibt es aber heutzutage auf der gegenüberliegenden Seite des Goldenen Horns zu Fusse der Brücke am Ufer), wir bummeln die immer mit Menschen rammelvolle Istikalprachtstrasse bis zum Taksimplatz, bemerken, dass immer noch ganz schön viel Polizeipräsenz mit Hundertschaften und Wasserwerfern vor Ort ist.


 Wir besuchen die Hagia Sophia, das Archaeologische Museum mit seinen prunkvollen Marmorsarkophagen, die Syleymann Moschee, die mich erinnert an alte Hippyzeiten Anfang der 70er.





Wir lieben den ursprünglichen Stadtteil Kumkapi direkt um unsere Ecke. Dort entdecken wir auch die beste Pide Istanbuls. Im kleinen "Develi Syrani" von Ramazan Uecdan (Piyerloti Cad.69) gibt es, frisch aus dem Holzofen mit viel Liebe und handwerklich perfekt zubereitet,  legendäre Pides. Phänomenal ist seine Tahinpide - Sesampasta und Zucker werden aufwendig in den Hefeteig eingearbeitet und das dann knusprig im Holzofen gebacken - herrlich !!! Da kommt uns das sehr rustikale und ursprüngliche Hammam in Kumkapi gerade recht.
Mein Freund Ersan lässt es sich nicht nehmen, aus Bodrum an zu reisen. Zusammen fahren wir mit dem Schiff zu den Prinzeninseln und umrunden diese auf geliehenen Mountainbikes.



Auch Abyzer besucht uns, und nimmt uns mit auf eine Bosporus Tour mit dem Auto. So kommen wir entlang dieses mondänen Istanbuler Bereichs bis zum Schwarzen Meer und genießen auf einer herrlichen Terrasse frischen Fisch.


Am 22.10.2013 fliegen wir mit Lufthansa zurück. Ich bin gespannt  - Lufthansa nimmt die Raeder ohne Verpackung mit. Langsam denken wir schon ab und zu an unsere nächste Tour im Januar:
auf der Carretera Austral nach Patagonien.

Siehe unseren Blog:  
mit den Radreisen nach:
Patagonien
und
Südostasien























Osteuropatour 2013 - 20 Tuerkei

Von Malko Tarnovo, dieser netten kleinen Stadt am Rande des Strandzha Naturschutzgebiets an der bulgarisch - tuerkischen Grenze, fahren wir immer auf der neu gebauten Europastrasse durchs Gebirge .



Wir hatten enormen Grenzverkehr erwartet, hatten aber eine leergefegte, superausgebaute Strasse mit breiten Shoulders bis Kirklereli. Es war eiskalt und schneite sogar ein bisschen. So beschlossen wir, von Kirklareli bis ans Marmarameer weiterzufahren und dort der Küste entlang bis Istanbul, hoffend daß hier das Wetter besser wird.


 Auch bis Liliburgaz hatten wir eine super ausgebaute Strasse mit breitem Seitenstreifen. Bis Tekirdag war die Strasse nicht so besonders, der Lasterverkehr hatte zugenommen, aber auf dem Seitenstreifen liess es sich gut fahren.


 Die Landschaft: trostlose Agrarwüste, unterbrochen von neuen, riesigen Fabriken. Die Strasse an der Küste lang war zwar stark befahren, hatte aber meist einen Seitenstreifen oder war mit Nebenstrassen zu umfahren. Nach Istanbul rein brauchte man ziemlich lang, meist konnte man den dritten Streifen benutzen und sich durch die Autos durchschlängeln. Aufpassen mußte man nur an den zahlreichen Ausfahrten, da hier die dritte Spur endete und man crossen mußte. Einmal in Zentrumsnähe angekommen, wurde es  besser und es gab wahrhaftig einen Fahrradweg.





Dienstag, 8. Oktober 2013

Osteuropatour 2013 - 21 Marmara Meer Tuerkei


Es ist Sonntag, 6.10.2013 - wir sind am Marmarameer in der Türkei!
Unser Ziel - Istanbul - ist nur noch zwei kleine Tagestouren entfernt. Zwar scheint die Sonne wieder, aber am Strand faulenzen oder gar baden können wir vergessen. Es ist kalt. Das Sturmtief, das uns am Schwarzen Meer in Bulgarien festgehalten hatte, hat sich schon bald, nachdem wir dort losgeradelt sind, beruhigt, dafür hat es einen Temperatursturz gegeben.
Die landschaftlich herrliche, sehr bergige Fahrt durch das bulgarische Naturreservat Strandzha bis zum Grenzübergang in die Türkei hinter Malko Tarnovo , durch endlose und einsame Eichenwälder , war anstrengend schön. Nur die Kälte hat uns schwer zugesetzt. Sogar die Berge hoch waren wir eingemummelt.



 Hinter der türkischen Grenze fing es sogar an zu schneien. Auf super ausgebauten, vierspurigen Straßen mit breitem Seitenstreifen kommen wir gut voran. Es herrscht kaum Verkehr.




 Wir übernachten in Kirklareli und Lueleburgaz bis wir das blaue Marmarameer erblicken. Unsere Tour hatten wir verändert. Wir radeln jetzt am Marmarismeer entlang bis Istanbul statt am Schwarzen Meer entlang. Die Landschaft ist öde, ausgeräumte Agrarsteppe und immer wiedernagelneue riesige Fabriken (Sonnenblumenöl, Metall- und Textilverarbeitung, etc.) Am Meer entlang ist es auch nicht besonders schön -  Wochenendsiedlungen  zersiedeln die Küste. Aber die Sonne scheint, die Menschen winken uns fröhlich zu und das türkische Essen ist wie immer ein Genuß. Die riesige Hafenstadt Terkidag hat einen schönen Kai und Hafen. Es ist Sonntag und ein buntes Leben wirbelt um uns herum. Wir genießen gegrillten Fisch und Unmengen Cay. Ein Genuss, nachdem wir am Schwarzen Meer nur noch verlassene Urlaubsorte mit hochgeklappten Bürgersteigen und zugenagelten Strandbuden erlebt haben.















Montag, 30. September 2013

Osteuropatour 2013 - Schwarzes Meer

Das Schwarze Meer macht, nachdem wir  erst vier Tage hier sind, seinem Namen alle Ehre: die Sonne ist hinter tief hängenden Regenwolken verschwunden und das Meer hat nur noch Grautöne für uns übrig. So war das eigentlich nicht gedacht! In unserer Planung stand: beach und baden.






Bisher war unsere Planung immer aufgegangen und Himmel und Landschaft hatten uns verwöhnt. Also leisten wir uns ein schönes Hotelzimmer mit spektakulärem Balkon direkt über der Brandung, die unter uns am  Fels bricht, klettern in den Felsen rum, wandern durch die herrlichen Sandstrandbuchten, erkunden mit Boot und Rad die Vogelschutzgebiete und das Naturreservat Strandzha, schauen vom letzten Dorf auf bulgarischer Seite rüber in die Türkei und lassen es uns trotzdem gut gehen.





Übermorgen soll das Sturmtief vorbei sein, dann machen wir uns wieder auf den Weg durch die Berge des Naturreservats zum nächsten  Grenzübergang.  Dann haben wir noch 5 Tagesetappen bis Istanbul - also noch genug Zeit vielleicht doch noch irgendwo zu baden?










Mittwoch, 25. September 2013

Osteuropatour 2013 - Bulgarien/ Burgas am Schwarzen Meer

Sliven, an den Südhängen des Balkan, mit seinen vielen Obstplantagen, verlassen wir Richtung Südosten. Das bergige Gelände  hält bis zum Meer an. Die Gegend ist reine Agrarsteppe, die Dörfer oft verlassen.





Burgas empfängt uns mit herrlichen Fußgängerzonen, in denen es vor netten Cafés und Restaurants nur so wimmelt.


 Entlang der herrlichen Stränden kann man stundenlang durch grüne Parks bummeln. Ein Sandburgwettbewerb hat imponierende Skulpturen hinterlassen.





Im Vogelschutzgebiet hat sich gerade eine ganze Kolonie Pelikane auf ihrem Flug nach Afrika niedergelassen.
















Samstag, 21. September 2013

Osteuropatour 2013 - Balkan

Über den Hauptkamm des Balkangebirges ! Langsam und stetig steigen wir auf. Unser Ziel, das Städtchen Trjavna, liegt eingebettet in die bewaldeten Buckel der nördlichen Balkanhänge. Auch Trjavna gehörte mit zu den prosperierenden Städten des im 18Jh. Neu entstandenen bulgarischen Staates. Hier sind im alten Ortskern noch dutzende Häuser im "Wiedergeburtsstil" zu sehen. Unten solide Steinmauern, oben prachtvolle, auskragende Holzkonstruktionen - und das Besondere: steinplattengedeckte Dächer, wie in der Schweiz. Rechtzeitig sind sie vor einigen Jahren vor dem Verfall gerettet worden, bilden nun ein einmalig schönes geschlossenes Ensemble. Restaurants, Cafés, Souvenirläden und im Sommer viele Touristen. Jetzt im Herbst ist es hier sehr beschaulich.
r.







Am Samstag, 21.9. strampeln wir über den Balkanhauptkamm, der sich satt bewaldet und einsam von der griechischen Grenze bis ans Schwarze Meer erstreckt. Nun haben wir nur noch 4 Tagesetappen bis zum Schwarzen Meer




Donnerstag, 19. September 2013

Osteuropatour 2013 - Bulgarien 1 / Veliko Tarnovo

In der Stadt der bulgarischen Zaren, im zweiten Konstantinopel, sind wir angekommen und bleiben erst mal zwei Tage, um diesen faszinierenden Flecken an den Berghängen des Balkans kennenzulernen. Die Überquerung der Donau bei Svivshov hat sich als langwierig rausgestellt:



Über 15 Sattelschlepper ( gebrauchte aus Deutschland zwecks Überführung in die Türkei) wurden mit viel Rangiererei auf die Fähre verladen. So hingen wir über zwei Stunden fest. Auf der bulgarischen Seite haben wir eine ganze Gruppe  Radler getroffen, die auf dem Donauradweg  unterwegs waren. Na, da gab es viel zu erzählen und in einem guten bulgarischen Restaurant viel Gutes zu essen. Die Vorgebirge des Balkan stellten sich als Berg- und Talbahn heraus - erst auf wenig befahrener Nebenstrecke, dann wieder auf einer Hauptstraße. Spät, völlig erschöpft und heilfroh überlebt zu haben,  sind wir nun also in Tarnovo angekommen.




Diese Stadt liegt auf den felsigen Halbinseln der sich  aus dieser Balkanschlucht herausschlängelnden Jantra . Vom 12. bis zum 14 Jh. War sie die blühende Hauptstadt der bulgarischen Zaren und Patriarchen. Lange litt sie unter türkischer Herrschaft und Bevormundung der griechischen Kirche, bis mit den Befreiungskriegen im 18./ 19 Jh. die Unabhängigkeit erkämpft wurde. Aus dieser Zeit stammen die  sogen. Wiedergeburtshäuser und die vielen Klöster in den Felsen der Umgebung, die z.T. noch bewohnt sind ( im schönen Nonnenkloster leben nur zwei Nonnen)